Namibische Rugby-Union-Nationalmannschaft

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Namibia
Spitzname(n) Welwitschias
Verband Namibia Rugby Union
Nationalstadion Hage-Geingob-Stadion
Trainer WalesFlag of Wales (1959–present).svg Phil Davies
Kapitän Johan Deysel
WR-Kürzel NAM
WR-Rang 23. (61,01 Punkte)
(Stand: 18. November 2019)
[1]
Heim
Auswärts
Meiste Länderspiele
Eugene Jantjies (67)
Meiste erzielte Punkte
Theuns Kotzé (430)
Meiste erzielte Versuche
Chrysander Botha (28)
Erstes Länderspiel
Südwestafrika 0:9 British and Irish Lions Free Use British and Irish Lions flag.PNG
(5. Juli 1955)
NamibiaNamibia Namibia 88:9 PortugalPortugal Portugal
(21. April 1990)
Höchster Sieg
NamibiaNamibia Namibia 118:0 TunesienTunesien Tunesien
(23. Juni 2018)
Höchste Niederlage
AustralienAustralien Australien 142:0 Namibia NamibiaNamibia
(25. Oktober 2003)
Weltmeisterschaft
Teilnahmen: 6
Gruppenvierter (2019)

Die namibische Rugby-Union-Nationalmannschaft repräsentiert Namibia in der Rugby Union. Das Team ist von World Rugby als Nationalmannschaft der dritten Kategorie eingestuft. Der Spitzname des Teams lautet Welwitschias, eine in der Namib wachsende Pflanze.

Hinter Südafrika ist Namibia der stärkste Vertreter Afrikas im Rugby Union.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eine Welwitschia, Namensgeber der Nationalmannschaft

Rugby wird bereits seit 1916 in Namibia gespielt und wurde von den Südafrikanern, während ihrer Mandatsherrschaft eingeführt. Das erste Länderspiel als Südwestafrika gegen die British and Irish Lions am 5. Juli 1955 verlor man knapp mit 0:9. Bevor Namibia 1990 seine Unabhängigkeit erlangte, spielte es im südafrikanischen Currie Cup mit und erzielte mit einem dritten Platz 1989 sein bestes Ergebnis. Zudem ist es bis heute nicht unüblich, dass in Namibia geborene Spieler für Südafrika auflaufen. Als beste Beispiele gelten Jan Ellis und Percy Montgomery.

Im März 1990 wurde dann der eigene Verband gegründet, welcher noch im selben Monat dem International Rugby Board beitrat. Am 21. April 1990 fand gegen die Portugiesische Rugby-Union-Nationalmannschaft das erste Länderspiel statt. Dies war jedoch trotzdem zu spät, um an der Qualifikation für die Rugby-Union-Weltmeisterschaft 1991 teilzunehmen. Im ersten Jahr der Eigenständigkeit ging das Team in sämtlichen zehn Testspielen als Sieger vom Platz, darunter Siege gegen Irland und Italien, die als weitaus stärker eingeschätzt waren.

1995 startete man dann erstmals in der Qualifikation zur Rugby-Union-Weltmeisterschaft, jedoch scheiterte das Team in der zweiten und letzten Qualifikationsrunde knapp an der Elfenbeinküste.

In der Qualifikation zur Rugby-Union-Weltmeisterschaft 1999 konnten sich die Welwitschias zum ersten Mal für die Weltmeisterschaft qualifizieren. Dort hagelte es deutliche Niederlagen gegen die Mannschaften Fidschis, Kanadas und Frankreichs. Einziger Lichtblick des Turniers war ein früher Versuch (Try) gegen Frankreich, der dem Team bis zur 20. Spielminute einen ausgeglichenen Spielstand bescherte.

Namibische Rugbynationalmannschaft

Mit einem knappen Sieg über Tunesien qualifizierte man sich auch für die Rugby-Union-Weltmeisterschaft 2003. Dort musste die Mannschaft wie vier Jahre zuvor nach vier überaus deutlichen Niederlagen gegen Australien, Irland, Argentinien und Rumänien nach der Vorrunde abreisen.

In zwei hart umkämpften Partien gegen die Auswahl Marokkos qualifizierte sich Namibia zum dritten Mal in Folge für eine Weltmeisterschaft, die 2007 in Frankreich stattfand, konnte aber keinen einzigen Sieg erringen.

Die bisher größten Erfolge errang die Nationalmannschaft mit dem Sieg des IRB Nations Cup 2010 in Rumänien sowie dem Gewinn der Rugby-Union-Afrikameisterschaften 2002, 2004 und 2008/09.

Bei der Weltmeisterschaft 2011 wurden in der Vorrundengruppe D alle Spiele verloren.

Internationale Erfolge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Namibia trat bisher drei Mal im Rahmen von Freundschaftsspielen gegen die Deutsche Rugby-Union-Nationalmannschaft an. 1990 gewannen die Welwitschias 54 zu 7, 1999 79 zu 13 und am 29. Oktober 2014 58 zu 20.[2]

Weltmeisterschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

WM-Teilnahme 2015 (gegen Neuseeland)

Die namibische Nationalmannschaft nahm bisher an fünf Rugby-Union-Weltmeisterschaften teil. Sie war bisher bei allen Weltmeisterschaft nach der World-Rugby-Weltrangliste die am niedrigsten eingestufte Mannschaft. Sie gewann kein Spiel und wurde folglich bei allen Teilnahmen jeweils Gruppenletzter. Die erfolgreichste WM-Teilnahme war 2015, als Namibia erstmals zur Halbzeit (6:0 gegen Georgien) führte und einem Sieg (Endstand gegen Georgien 16 zu 17) nahe war. Zudem gewann die Mannschaft erstmals einen Tabellenpunkt und wurde schlussendlich drittletzte Mannschaft des Turniers (vor Uruguay und den USA).

Afrikameisterschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Namibia wurde zwischen 2002 und 2015 sechs Mal Afrikameister seiner jeweiligen Division.

Nations Cup[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 2006 in PortugalPortugal Portugal: nicht teilgenommen
  • 2007 in RumänienRumänien Rumänien: teilgenommen
  • 2008 in RumänienRumänien Rumänien: nicht teilgenommen
  • 2009 in RumänienRumänien Rumänien: nicht teilgenommen
  • 2010 in RumänienRumänien Rumänien: 1. Platz
  • 2011 in RumänienRumänien Rumänien: 4. Platz
  • 2012 in RumänienRumänien Rumänien: nicht teilgenommen
  • 2013 in RumänienRumänien Rumänien: nicht teilgenommen
  • 2014 in RumänienRumänien Rumänien: nicht teilgenommen
  • 2015 in RumänienRumänien Rumänien: 4. Platz (letzter Platz)
  • 2016 in RumänienRumänien Rumänien: 3. Platz
  • 2017 in UruguayUruguay Uruguay: 4. Platz
  • 2018 in UruguayUruguay Uruguay: nicht teilgenommen
  • 2019 in UruguayUruguay Uruguay: 4. Platz (letzter Platz)

Länderspiele[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Stand: 14. Oktober 2019

Land Spiele Gewonnen Verloren Unentschieden
Arabien 1 1 0 0
ArgentinienArgentinien Argentinien 3 0 3 0
AustralienAustralien Australien 1 0 1 0
ElfenbeinküsteElfenbeinküste Elfenbeinküste 4 2 1 1
FidschiFidschi Fidschi 2 0 2 0
FrankreichFrankreich Frankreich 4 0 4 0
GeorgienGeorgien Georgien 5 1 4 0
DeutschlandDeutschland Deutschland 3 3 0 0
HongkongHongkong Hongkong 1 1 0 0
IrlandIrland Irland 4 2 2 0
ItalienItalien Italien 4 2 2 0
KanadaKanada Kanada 3 0 2 1
KeniaKenia Kenia 11 9 2 0
MadagaskarMadagaskar Madagaskar 4 3 1 0
MarokkoMarokko Marokko 8 5 2 1
NeuseelandNeuseeland Neuseeland 2 0 2 0
PortugalPortugal Portugal 8 6 2 0
RumänienRumänien Rumänien 6 1 5 0
RusslandRussland Russland 7 2 5 0
SambiaSambia Sambia 2 2 0 0
SamoaSamoa Samoa 2 0 2 0
SenegalSenegal Senegal 4 4 0 0
SimbabweSimbabwe Simbabwe 32 29 3 0
SpanienSpanien Spanien 7 2 5 0
SudafrikaSüdafrika Südafrika 3 0 3 0
TongaTonga Tonga 2 0 2 0
TunesienTunesien Tunesien 11 8 3 0
UgandaUganda Uganda 5 4 1 0
UruguayUruguay Uruguay 4 1 3 0
Wales Wales 4 0 4 0
Total 157 89 66 2

Kader[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die folgenden Spieler bilden den Kader für die Weltmeisterschaft 2019:[3]

Spieler Position Verein Länderspiele
Obert Nortjé Hakler NamibiaNamibia UNAM[4] 15
Louis van der Westhuizen Hakler SudafrikaSüdafrika Leopards 19
Torsten van Jaarsveld Hakler FrankreichFrankreich Aviron Bayonnais 14
Aranos Coetzee Pfeiler SudafrikaSüdafrika Free State Cheetahs 21
AJ de Klerk Pfeiler NamibiaNamibia Wanderers 28
André Rademeyer Pfeiler NamibiaNamibia Wanderers 3
Desiderius Sethie Pfeiler NamibiaNamibia UNAM[4] 12
Nelius Theron Pfeiler SudafrikaSüdafrika Leopards 5
Johan Retief Zweite-Reihe-Stürmer SudafrikaSüdafrika Leopards 77
Tijuee Uanivi Zweite-Reihe-Stürmer FrankreichFrankreich RC Massy 30
PJ van Lill Zweite-Reihe-Stürmer FrankreichFrankreich Aviron Bayonnais 50
Adriaan Booysen Flügelstürmer NamibiaNamibia Wanderers 5
Wian Conradie Flügelstürmer SudafrikaSüdafrika UJ Rugby 17
Thomasau Forbes Flügelstürmer vereinslos 17
Prince !Gaoseb[Khi 1] Flügelstürmer NamibiaNamibia UNAM[4] 2
Max Katjijeko Flügelstürmer NamibiaNamibia UNAM[4] 13
Rohan Kitshoff Flügelstürmer NamibiaNamibia Wanderers 44
Janco Venter Flügelstürmer JerseyJersey Jersey Reds 23
Eugene Jantjies Gedrängehalb NamibiaNamibia Wanderers 67
Helarius Kisting Gedrängehalb NamibiaNamibia UNAM[4] 8
Damian Stevens Gedrängehalb SudafrikaSüdafrika Boland Cavaliers 25
Cliven Loubser Verbinder NamibiaNamibia Wanderers 15
Darryl de la Harpe Innendreiviertel NamibiaNamibia Wanderers 49
Johan Deysel (C)Kapitän der Mannschaft Innendreiviertel FrankreichFrankreich US Colomiers 24
Justin Newman Innendreiviertel SudafrikaSüdafrika Leopards 14
Janry du Toit Innendreiviertel NamibiaNamibia Wanderers 2
JC Greyling Innendreiviertel NamibiaNamibia Wanderers 32
Lesley Kim Außendreiviertel NamibiaNamibia UNAM[4] 11
PJ Walters Außendreiviertel NamibiaNamibia Western Suburbs 0
Chad Plato Schlussmann NamibiaNamibia UNAM[4] 2
Johann Tromp Schlussmann NamibiaNamibia Wanderers 40

Junioren[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

2013 bis 2018 wurde die Junioren-Mannschaft jeweils Afrikameister, verlor das Finale 2019 aber überraschend gegen Kenia mit 18 zu 21.[5]

Bei der World Rugby Under 20 Trophy gab es folgendes Abschneiden der Junioren-Nationalmannschaft:

  • 2008: 5. Platz
  • 2009: 5. Platz
  • 2010: nicht qualifiziert
  • 2011: nicht qualifiziert
  • 2012: nicht qualifiziert
  • 2013: 8. Platz
  • 2014: 6. Platz
  • 2015: 6. Platz
  • 2016: 4. Platz
  • 2017: 4. Platz
  • 2018: 4. Platz
  • 2019: nicht qualifiziert

Anmerkung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Anmerkung: Dieser Artikel enthält Schriftzeichen aus dem Alphabet der im südlichen Afrika gesprochenen Khoisansprachen. Die Darstellung enthält Zeichen wie z. B. ǀ, ǁ, ǂ und ǃ. Nähere Informationen zur Aussprache langer oder nasaler Vokale oder bestimmter Klicklaute finden sich unter Khoekhoegowab.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Namibische Rugby-Union-Nationalmannschaft – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. World Rugby Rankings. world.rugby, 18. November 2019, abgerufen am 19. November 2019.
  2. DRV XV verliert deutlich gegen WM-Teilnehmer Namibia. Deutscher Rugby-Verband, 29. Oktober 2014 abgerufen am 30. Oktober 2014
  3. Deysel to lead Namibia at World Cup after Bothma quits. The Namibian, 2. September 2019 (englisch).
  4. a b c d e f g UNAM proud of World Cup-bound players. Namibia Press Agency, 10. September 2019.
  5. Kenya beat Namibia in U-20 Rugby Africa trophy final. Namibia Press Agency, 8. April 2019.