Gregorio Rosa Chávez

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen

Gregorio Kardinal Rosa Chávez (* 3. September 1942 in Sociedad, El Salvador) ist salvadorianischer Geistlicher und Theologe, Weihbischof in San Salvador und ein Kardinal der römisch-katholischen Kirche.

Kardinalswappen als Weih­bischof in San Salvador
Kardinal Rosa Chávez (Juli 2017)

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gregorio Rosa Chávez studierte Philosophie und Theologie am Seminario Central San José de la Montaña in San Salvador (1962–1964; 1966–1969). An der Katholieke Universiteit Leuven graduierte er im Fach Kommunikationswissenschaft (1973–1976).

Am 24. Januar 1970 empfing er durch José Eduardo Álvarez Ramírez CM, Bischof von San Miguel, das Sakrament der Priesterweihe. Von 1970 bis 1973 war er Seelsorger in San Miguel, von 1971 bis 1973 leitete er zugleich den diözesanen Rundfunksender Radio Paz und die 1915 gegründete diözesane Wochenzeitung Semanario Chaparrastique.[1] Außerdem war er geistlicher Assistent verschiedener Verbände und Bewegungen des Laienapostolates.

Von 1977 bis 1982 war er Rektor des Seminario Central San José de la Montaña in San Salvador und Professor für Theologie. Er war Mitglied des Rates der Organisation der lateinamerikanischen Seminare (1979–1982).[2]

Weihbischof in San Salvador[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 17. Februar 1982 ernannte ihn Papst Johannes Paul II. zum Titularbischof von Mulli und zum Weihbischof in San Salvador. Der Apostolische Nuntius in El Salvador, Erzbischof Lajos Kada, spendete ihm am 3. Juli 1982 die Bischofsweihe, Mitkonsekratoren waren der Bischof von San Miguel, José Eduardo Álvarez Ramírez CM, und der Erzbischof von San Salvador, Arturo Rivera y Damas SDB. Über Erzbischof Kada geht Rosa Chávez´ Apostolische Sukzession 23 Generationen auf Kardinal Rebiba zurück.

Apostolische Sukzession von Gregorio Rosa Chávez (1982) 
Historische Weihelinie

Name (Weihejahr)

Hauptkonsekrator von

Name (Weihejahr)

Lajos Kada (1975)
Jean-Marie Villot (1954)
Maurice Feltin (1928)
Charles-Henri-Joseph Binet (1920)
Louis-Henri-Joseph Luçon (1888)
Charles-Émile Freppel (1870)
François-Auguste-Ferdinand Donnet (1835)
Charles-Auguste-Marie-Joseph de Forbin-Janson (1824)
Gustav Maximilian von Croÿ (1820)
Jean-Charles de Coucy (1790)
Antonio Dugnani (1785)
Carlo Rezzonico der Jüngere (1773)
Giovanni Francesco Albani (Kardinal) (1760)
Clemens XIII. (1743)
Benedikt XIV. (Papst) (1724)
Benedikt XIII. (Papst) (1675)
Paluzzo Paluzzi Altieri Degli Albertoni (1666)
Ulderico Carpegna (1630)
Luigi Caetani (1622)
Ludovico Ludovisi (1621)
Galeazzo Sanvitale (1604)
Girolamo Bernerio OP(1586)
Giulio Antonio Santorio (1566)
Scipione Rebiba (1541)

Gregorio Rosa Chávez ist zudem Generalvikar des Erzbistums. Er ist Präsident der Caritas für Lateinamerika und die Karibik sowie der nationalen Caritas.

Kardinal[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Konsistorium vom 28. Juni 2017 nahm ihn Papst Franziskus als Kardinalpriester von Santissimo Sacramento a Tor de’ Schiavi in das Kardinalskollegium auf.[3] Die Besitzergreifung seiner Titelkirche fand vier Tage später statt. Durch die Aufnahme in das Kardinalskollegium ist Gregorio Rosa Chávez der einzige Weihbischof weltweit, der das Kardinalsamt bekleidet.[4]

Am 23. Dezember 2017 ernannte ihn der Papst zum Mitglied des Dikasteriums für die ganzheitliche Entwicklung des Menschen.[5]

Wirken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gregorio Rosa Chávez’ Ziehvater war der von Papst Franziskus 2015 seliggesprochene Óscar Romero, Erzbischof von El Salvador und Befreiungstheologe, der als Zelebrant während einer Messe von einem durch die Fuerza Armada de El Salvador mit dem Mord beauftragten Soldaten erschossen wurde. Sein Tod markierte den Beginn des Bürgerkriegs in El Salvador.[6]

Rosa Chavez gilt als der Sachwalter des geistlichen und kirchenpolitischen Erbes von Romero.[4]

Chávez ist Friedensbotschafter über Landesgrenzen hinaus, als Anwalt der Armen und der Jugend sowie Vermittler in Konflikten. Wiederholt prangerte er Gewalt und Brutalität in seiner Heimat an und forderte Friedensgespräche zwischen Regierung und den bewaffneten Gangs. Europa warf er eine verfehlte Flüchtlingspolitik vor.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • „Europa unterwirft sich dem Kapital“ / Gregorio Rosa Chávez, Kardinal aus El Salvador, über Flüchtlinge und die Ignoranz der Reichen, Interview mit Joachim Frank in: Hannoversche Allgemeine Zeitung vom 26. November 2018, S. 5

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Gregorio Rosa Chávez – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Cardenal. Conferencia episcopal de El Salvador, abgerufen am 8. September 2019 (spanisch).
  2. Card. Gregorio Rosa Chávez Vescovo ausiliare di San Salvado auf santiebeati.it vom 22. Mai 2017 (it.)
  3. Concistoro Ordinario Pubblico: Assegnazione dei Titoli o Diaconie. In: Tägliches Bulletin. Presseamt des Heiligen Stuhls, 28. Juni 2017, abgerufen am 28. Juni 2017 (italienisch).
  4. a b Ludwig Ring-Eifel: Die Nominierung von Rosa Chavez hat eine lange Vorgeschichte. Warum in El Salvador der Weihbischof zum Kardinal wird. Domradio, 22. Mai 2017, abgerufen am 12. März 2019.
  5. Nomina di Membri dei Dicasteri della Curia Romana. In: Tägliches Bulletin. Presseamt des Heiligen Stuhls, 23. Dezember 2017, abgerufen am 23. Dezember 2017 (italienisch).
  6. badische-zeitung.de, Kommentare, 22. Mai 2015, Gerhard Kiefer: Ermordet im Kampf gegen Armut und Ausbeutung (25. Mai 2015)